Der Nebelwald Garajonay bedeckt ca. ein Drittel der Gesamtfläche der Karnarischen Insel La Gomera und ist direkt in deren Zentrum gelegen.
Charakteristisch für den Garajonay ist, dass er ständig in einen dichten Nebel eingehüllt ist. Dies hat zuweilen etwas Unwirkliches, die Besucher haben manchmal das Gefühl, sich direkt in einem Märchenwald zu befinden, der Rest der Zivilisation scheint ganz weit weg.
Trotzdem wird die Luft nie zu heiß oder gar schwül. Die Temperaturen und das gesamte Klima werden als sehr angenehm empfunden.
Der Garajonay ist ein immergrüner Nebelwald, der von zahlreichen verschiedenen Vegetationszonen durchsetzt ist. Die Pflanzenwelt ist sehr vielseitig und reicht von Farnen, die bis zu 2 Meter hoch werden über Lorbeerbäume, ca. 15 Meter hohe Baumheide über Moose und Flechten bis hin zu an den Bäumen hängenden Bartflechten und knorrigen, mit Moos bewachsenen Ästen. Der ständige Nebel begünstigt dabei das Wachstum der zahlreichen und üppigen Pflanzen.
Überall im Nebelwald gibt es außerdem kleine Bäche und Wasserfälle.
In der Mitte des Garajonay befindet sich dessen höchste Erhebung, der Berg Alto de Garajonay mit einer Höhe von 1487 Meter über dem Meeresspiegel. Von seinem Gipfel bietet sich eine herrliche Fernsicht. Bei gutem Wetter ist es durchaus möglich, von hier aus bis zu La Gomeras Nachbarinseln El Hierro, La Palma, Teneriffa und Gran Canaria zu schauen. Im Garajonay befinden außerdem zahlreiche Vulkane und Vulkankrater. Diese machen neben der üppigen Pflanzenwelt den besondern Reiz dieses Nebelwaldes aus.
Für Besucher und Touristen ist das gesamte Gebiet sehr gut erschlossen. Alle Wanderwege sind gut gekennzeichnet und ausgeschildert, zahlreiche Touristenführer bieten geführte Wanderungen an. Diese sind grundsätzlich kostenlos.
Es gibt auch ein Informationszentrum, welches sich an der nördlichen Zufahrt zum Garajonay befindet. Hier können sich die Besucher über die Natur, die Pflanzenwelt und die Vulkane des Nebelwaldes informieren. Ergänzt wird das Angebot dieses Informationszentrums (Juego de Bola genannt) durch einen Botanischen Garten und ein Völkerkundemuseum.
Der Nebelwald von Garajonay ist seit 1981 Nationalpark und wurde 1986 in die Liste des UNESO-Weltkulturerbes aufgenommen.